Speedweek Oschersleben 2013

 

CSBK Masters Lauf 7 & 8 bei der Speedweek in Oschersleben

Die Börde bebt!

Nach den grandiosen Erlebnissen rund um die Ardennen-Achterbahn von Spa und endlosen fünf Wochen Sommerpause, war es vom 15. – 18.08. endlich wieder soweit:  die Läufe 7 & 8 der CSBK Masters Series im Rahmen der German Speedweek 2013 in Oschersleben standen auf dem Plan.

Nach den Bikers Classics also gleich wieder ein Premium-Event, in dessen Rahmen wir unser Unwesen treiben durften.  Sehr lecker!
Da lässt man sich auch von solchen Nachbarn wir diesem Mr. McGuinness mit seinem überkandidelten Wohnwagen oder dem fast permanent großartigen Sommerwetter nicht die Laune vermiesen.
Neben den üblichen Verdächtigen – also den Serienstartern der CSBK – gab es auch den einen oder anderen Gaststarter zu begrüßen.
Peter Linden und Conroy Cormac vom Sweatshop Phase One Endurance Team – wegen des 4h Classic Endurance Races ohnehin vor Ort – gaben sich die Ehre mit uns an den Start zu rollen (und die rollen echt schnell die Burschen) und  weils ja quasi in der Nachbarschaft liegt, ist der Kollege Nigel Blackbourn (echter Kiwi seines Zeichens) kurzerhand aus Doha vorbeigekommen, um ein bisschen mit der CSBK-Meute durch die Börde zu schlingern.  Dass die mitgebrachte Langstrecken-Suzuki nicht so richtig rasend schnell war, hat ihm den Spass offensichtlich nicht verdorben und er lässt die CSBK-Truppe herzlichst grüßen und droht sogar damit, uns in 2014 erneut heimzusuchen.
Wenn wir da unseren schweizerischen Honda-Pechvogel Manfred und  Jeroen noch dazurechnen und davon ausgehen, dass Tüv-Thorsten Schirmer quasi halber Quotendäne ist, hätte man also schon fast nen Nationen-Cup ausfahren können.
Da das Programm der Speedweek aber ohnehin schon rappelvoll war, haben wir darauf verzichtet und uns stattdessen auf unsere Meisterschaftsläufe konzentriert, zumal da sowohl in der AMA, als auch in der Open Extreme bereits eine Vorentscheidung möglich war – für Spannung war also genug gesorgt.

Das erste freie Training am Donnertag Abend war dann auch bereits gut besucht, es ging aber noch mit begrenztem Schaum zu Werke.
Das änderte sich, als die 36 designierten Starter am Freitag das erste Qualifying unter die Räder nahmen.
Stefan Merkens knallte gleich mal eine satte 1:34.8 auf den Börde-Asphalt und das mit nur zwei fliegenden Runden – eine Zeit, die am Ende zum Start von der Pole ausreichen sollte. Thomas Ruckriegel stand mit 1:35.8 auf der zweiten Position und bereits dicht dahinter – mit einer Zeit von 1:39.0 – folgte der schnelle Schwede Peter Linden auf der 18“ Phase One Kawasaki.
Beim zweiten Zeittraining am Nachmittag gab es dann in Startreihe 1 keinerlei Veränderungen mehr, lediglich dahinter wurden die Karten noch ein wenig neu gemischt.
Am Freitagabend stand dann das 4h Classic Endurance Race auf dem Programm, bei dem nicht weniger als sechs Teams mit CSBK-Beteiligung am Start waren. Entsprechend beschäftigt war natürlich der ganze Tross, weil entweder als Mitglied der Boxencrews im Einsatz, als Supporter auf der Tribüne unterwegs, oder als Last-Chance Retter für scheintote Langstrecken-Suzukis im Fahrerlager zugange: „Fuuuunken!!!“
Am Ende gab es die Plätze 4, 5 und 10 zu feiern und auch die scheintote Suzuki hat nach der Re-Animation durch Doc Wrubel per Not-OP  noch die Zielflagge gesehen.
Der folgende Samstag stand dann ganz im Zeichen der Endurance WM und die Waffen der CSBK ruhten für einen Tag.
Nur im Honda-Lager wurde geschuftet – nach Motorproblemen an der Bol d’Or unseres schnellen Schweizers Manfred Kinnast hatte man sich kurzentschlossen darauf verständigt, dass ein solcher Ausfall nicht zu akzeptieren wäre und so wanderte der Motor aus dem Ersatzmoped von Jörg Rohde auf direktem Wege in die #59, um einen Start am Sonntag doch noch möglich zu machen.
Ganz großer Sport das – genau das ist der Geist den es in Serien wie unserer braucht!
Weiter ging die wilde Fahrt dann am Sonntag mit dem Rennen #1 – Lauf 7 zur CSBK Masters Series 2013.
Das Rennen – bei noch guten äußeren Bedingungen – konnte Thomas Ruckriegel  recht ungefährdet für sich entscheiden. Stefan Merkens musste sich – nach technischen Problemen an der MMT Yamaha während der Trainingsläufe – auf dem Ersatzmotorrad mit Rang 2 begnügen.
Den dritten Rang erkämpfte sich Peter Linden auf der einzigen verbliebenen Sweatshop Phase One Kawa, während sein Teamkollege Conroy Cormac zuschauen musste, da das zweite Motorrad der Langstrecke zum Opfer gefallen war.

Die Stunde des Conroy Cormac sollte dann allerdings in Rennen #2 schlagen, dem Lauf8 zur CSBK Masters Series.
Das Wetter hatte begonnen, Kapriolen zu schlagen und hing irgendwo zwischen nass und trocken. Die Infos aus den Serien, die vor uns an den Start gingen, lauteten ungefähr: alle fliegen trotz Regenreifen überall auf den Schnabel…..
Man könnte fast vermuten, dass Phase One Team hatte den Wetterbericht gesehen, wie sonst ist es zu erklären, dass zum teilweise feuchten Nachmittagsrennen ein Engländer aufs Moped stieg und der versammelten Truppe mit der 18“ Endurance-Kawa aber mal so richtig amtlich den Arsch versohlte.
Alle 17-Zöller waren geschlossen auf Regenreifen ausgerückt und was dann passiert, ist ja im Grunde selbsterklärend – der Regen lässt nach und die Regenreifen sterben auf abtrocknender Strecke den Hitzetod.
Und so waren es dann die schnellen Jungs auf den großen Rädern – nämlich Conroy und Jeroen Versteeg, die dem Feld auf und davon fuhren.  Respektabler Dritter wurde unter den schwierigen Bedingung Holger Behnke als schnellster 17“-Mann.
Insgesamt 8 Piloten mit 18-Zöllern unter den ersten 13 sprechen eine deutliche Sprache – da hatten AMA und Open Extreme kollektiv verwachst.
Aber auch unter den Platzierten gab es einigen Grund zu feiern, denn der vierte Rang reichte für Thomas Ruckriegel aus, um sich den Meistertitel in der Division Open Extreme zu sichern. Und Malte Schröder musste sich in der AMA Wertung für dieses Rennen zwar dem wilden Bernd Kreuzer beugen, brachte mit dem zweiten Wertungsrang in der Division AMA Legends aber am Ende auch bereits vorzeitig den Meistertitel unter Dach und Fach.

Alles in allem also einmal mehr ein spannendes Wochenende mit der CSBK bei einem großartigen Event, das eigentlich mehr Zuschauer verdient hätte, denn das Programm war wirklich mit hochklassigem Motorsport gespickt und ist so in Deutschland sicher nicht häufig zu finden.
Umso schöner, dass die CSBK wieder dabei sein konnte und hoffentlich auch in der Zukunft dabei sein wird.

In diesem Sinne – kurz Luftholen und dann auf nach Hockenheim zum Saisonfinale!

Autor: Thomas Arnsburg