Schleiz 2014

Schleizer Dreieck 2014 – Lauf 7 & 8

Geil – auch in 2014 gab es am legendären Schleizer Dreieck den Sparkassen Grand Prix und die CSBK war wieder mit dabei.

Nach all dem rechtlichen Geziehe und Gezerre rund um diese wunderbare Natur-Rennstrecke leider keine Selbstverständlichkeit mehr und daher unbedingt zu genießen, was die Truppe der CSBK zum Glück sehr gut beherrscht, denn bei der CSBK steht der Genuss bekanntermaßen an erster Stelle.

Leider verträgt die Strecke nur 38 Starter zu den Rennen und folglich war das Feld dann auch voll bis auf den letzten Platz – eine unschöne Überraschung vielleicht für den einen oder anderen Spätbucher, aber dafür umso schöner für die Orga der CSBK, ist ein ausgebuchtes Starterfeld doch immer ein ganz guter Indikator für die Qualität der geleisteten Arbeit.

Das Paket CSBK scheint also kein ganz schlechtes zu sein und reichlich Anklang in der Szene zu finden, was ja auch die großartigen Starterzahlen in Spa schon gezeigt hatten.

Aber Orga können nicht nur die Macher der CSBK ziemlich gut, sondern auch die Truppe, die den Sparkassen Grand Prix zu verantworten hat – das ganze Event war prima vorbereitet und auch im Laufe der Veranstaltungen gab es keinerlei Grund zur Klage.

Die CSBK hatte dieses mal ein perfekt passendes Areal im Fahrerlager zugewiesen bekommen, das wie für die Bande gemacht schien. Innerhalb kürzester Zeit entstand ein buntes Alteisendorf mit nem schönen Dorfplatz in der Mitte für die allfälligen Feierlichkeiten, die so ein Wochenende mit sich bringt.

Das Wetter war ebenfalls auf unserer Seite und da war es dann natürlich ein Leichtes, in den Hügeln und Senken rund um Schleiz astreinen Rennsport zu betreiben.

In den ersten Trainings stellte sich leider schnell heraus, dass die XS von Rucky den kapitalen Highsider von Spa scheinbar doch nicht ganz so gut verdaut hatte, wie zuerst angenommen – nachhaltige Öl-Leckagen am Motor machten eine schnelle Reparatur und damit einen Einsatz unmöglich.

Aber für solche Fälle hatte der Kollege Manuel #70 vorgebaut und ein – wenn auch eher untermotorisiertes – Leihmoped am Mann, auf das Rucky dann kurzehand geschnallt wurde.

Mit 78 Banditen-PS fährt zwar nicht mal mehr ein Ruckyfumi vorne mit, aber er fuhr immerhin, was allemal besser ist, als zusehen zu müssen.

In der Startaufstellung fanden sich dann auch die üblichen Verdächtigen in den ersten Reihen ein – diesmal angeführt von Thomas “Rapunzel“ Hemmerling, genesen von seinem Schlüsselbeinbruch vom Sachsenring und zum ersten Mal mit seiner Yamaha FZ am Start.
Daneben stand Malte Schröder mit der dicken GS und auf Rang 3 der bekloppten Pat Janz auf der 11er Knicker mit originalen 18“ Rädern.

Das Rennen 1 am Samstag hatte es dann auch durchaus in sich und sah am Ende Rapunzel Hemmerling als Sieger im Ziel vor Malte Schröder, damit Sieger in der AMA Legends ,und Patrick Janz. Auf Rang 4 kam mit Jeroen Versteeg der erste Vintage Pilot ins Ziel.

Und als wäre die CSBK an sich nicht schon Spektakel genug, fand am Abend rund um die Ziel-Schikane herum die mittlerweile berühmte wie berüchtigte Support-Serie der CSBK statt – die MZ Charly WM.

Aus ursprünglich einmal 5 Startern zum Anfang der Saison sind in Schleiz – unter fleißiger Beteiligung diverser anderer Serien – mittlerweile um die 15 Starter geworden und die Zuschauerzahlen erreichen Dimensionen, die sich so mancher Rennveranstalter wünschen würde.

Allerdings ist das Spektakel auch kein kleines und es wird in Zukunft mit Sicherheit weitere Highlights über die Charly WM zu berichten geben.

Die Siegerehrung sollte dann – wie in Schleiz üblich – am Abend für alle Rennen des Tages im großen Festzelt stattfinden und was sich da abspielte, war dann doch durchaus etwas befremdlich.

Bei kaum einer Rennklasse befanden es die Platzierten für angemessen, auf dem Podest vollständig mit Anwesenheit zu glänzen – es blieb immer mindestens ein Platz leer und entsprechend war die Stimmung im Zelt, obgleich die vollständig anwesende CSBK-Truppe fleißig beim applaudieren half.

Erst als dann das erste Podest der CSBK aufgerufen wurde (und sich tatsächlich alle Aufgerufenen auf dem Stockerl einfanden) wurde es richtig laut und die Stimmung ging endlich und schlagartig steil.

Allerdings wurde auch genauso schlagartig die Evakuierung des Zeltes angeordnet, weil sich genau darüber ein gewaltiges Gewitter zu entladen begann.

Blöd für die gutgelaunten Feierbiester der CSBK, die gerade eben Betriebstemperatur erreichten, aber vielleicht ganz gut für die anderen Klassen, die soviel Gemeinsamkeit, Spaß und gute Laune vielleicht gar nicht so gut vertragen hätten.

Das durchaus amtliche Unwetter beendete den netten Abend dann also recht humorlos, aber es galt ja am Sonntag ohnehin noch ein Rennen zu bestreiten.

Das Warm Up am Sonntag begann dann mit großer Verzögerung, dadurch auf eiskalten Reifen und vom Buchhübel bis ins Dorf zog sich eine Ölspur, wie sie die Exxon Valdez nicht beiter hätte legen können.

Im abschließenden Rennen sah es dann schon wieder besser aus und dort gelang es dann Patrick Janz tatsächlich, seine 18“-bereifte 2.500,- Euro Knicker als erstes über die Ziellinie zu prügeln – da soll nochmal jemand behaupten, man müsse Unsummen investieren, um in der CSBK Masters Eindruck zu machen.
Den Sieg in der AMA-Legends schnappte sich am Sonntag der Bernd Kreuzer und die Top Platzierung in der Vintage ging erneut an Jeroen, den fliegenden Holländer auf seiner XR69.

Danach war es Zeit für eine ausgiebige Siegerehrung auf dem altehrwürdigen Podest zu Schleiz – schließlich hatte man vom Vorabend noch so einiges nachzuholen.

Am Ende wars mal wieder eine kunterbunte, runde und lustige Nummer mit den schrägen Figuren des Classic Superbike Zirkus und Alle – sei es Fahrer, Schrauber, Fan oder guter Geist – sind mit Sicherheit auf ihre Kosten gekommen.

Drückt also die Daumen, dass es auch in 2015 wieder eine Chance für uns geben wird, auf dieser wirklich geilen Strecke unsere Rennen auszutragen!!

Autor: Thomas Arnsburg