Schleiz 2013

CSBK Masters Series 2013 – Lauf 3 & 4 beim Classic GP am Schleizer Dreieck

Classic GP in Schleiz und die CSBK Masters Series? Das passt!
Und tatsächlich hat es unsere Orga auch 2013 wieder hinbekommen, die Wertungsläufe 3 & 4 im Programm des Sparkassen Classic GP am altehrwürdigen Schleizer Dreieck unterzubringen.
Zum neunzigsten Geburtstag der ältesten Natur-Rennstrecke Deutschlands, in einem Jahr, an dessen Beginn nicht einmal sicher war, ob das Schleizer Dreieck überhaupt jemals wieder Rennen sehen würde.
Umso schöner also, dass das CSBK Masters-Feld einmal mehr die Ehre hatte, sich auf diesem einmaligen Kurs, im Rahmen einer großartigen Veranstaltung und vor großer Kulisse miteinander zu messen.
Am Donnerstag – für die meisten Fahrer Tag der Anreise – glühte die Sonne erbarmungslos über Thüringen und es floss eine Menge Schweiß beim Aufbau von Pavillon & Co.
Und was passiert mit Flüssigkeiten bei derartiger Hitze? Richtig, das Zeug verdunstet und steigt gen Himmel.
Dass der Himmel das widerliche Zeug auch nicht wirklich haben wollte, wird niemanden  verwundern und so gab es die Suppe ab dem frühen Abend wieder zurück – in Form von massivem Dauerregen, der dem einen oder anderen „Camper“ eine aufregende Nacht beschert haben dürfte, zumal neben einer Menge Flüssigkeit auch ein paar veritable Sturmböen am Start waren.
Am Morgen zeigte sich dann auch deutlich, wer am falschen Ende gespart hatte und zur Belohnung seine Behausung (oder das, was davon übrig war) zusammenfegen und entsorgen durfte.
Was sich aber auch zeigte, war die Sonne und tatsächlich riss die Wolkendecke auf und der brennende Planet für den Rest des Wochenendes die Macht wieder an sich.
Das machte natürlich Laune aufs freie Training am späten Freitagmorgen, hatte die Strecke doch so ausreichend Zeit um durchzutrocknen und von den anderen Gruppen saubergefahren zu werden, auf dass die CSBKler annähernd optimale Bedingungen vorfänden.
Bereits nach wenigen Runden fand Ruckyfumi allerdings eine Stelle, an der die Bedingungen noch nicht ganz optimal waren – nämlich die Außen-Curbs (aka Rasengittersteine) eingangs Start Ziel, deren Trocknungsgrad sich leider noch so gar nicht mit dem von Rucky erhofften Grip-Niveau fürs Hinterrad vertragen wollte, was in einem kolossalen Highsider endete.
Da die XS mit der #68 danach mitten auf der Geraden zum Liegen kam, wurde das Training kurz unterbrochen, um Mensch und Maschine zu bergen, die zwar beide anständig angeschlagen waren, aber zum Glück nicht so „beschädigt“, als dass Zeittrainings oder Rennen für die #68 in Gefahr gewesen wären.
Die kurze Pause nutzten die Reifen des restlichen Feldes dann natürlich zum auskühlen, was direkt nach Neustart des Trainings in der Links nach dem Buchhübel den nächsten Fahrer zu Boden zwang – diesmal per Lowsider in Richtung Maisfeld, in dem Mensch und Maschine dann auch vollständig verschwanden. Erneut ohne nennenswerte Blessuren.
In den folgenden Runden und den anschließenden Zeittrainings konzentrierte das Feld sich dann aufs sitzenbleiben und Sekunden finden, ohne dass es nennenswerte weitere Zwischenfälle zu. beklagen gab.
Die Pole sicherte sich am Ende Stefan Merkens vor dem angeschlagenen Thomas Ruckriegel und so begab sich das Feld am Samstagnachmittag in den dritten Wertungslauf der CSBK Masters Series 2013.
Bereits nach wenigen Runden musste dann Stefan Merkens in der Schikane vor Start-Ziel zu Boden, konnte das Rennen aber nochmals aufnehmen, um dann eine Runde Später an gleicher Stelle erneut zu stürzen, womit das Rennen für ihn zu Ende war.
Damit übernahm Rucky auf der #68 die Gesamtführung und gab diese bis zum Ende des Rennens nicht mehr aus der Hand. Auf den Rängen kamen Tommy Schuler und Frank Maurer ins Ziel.
In der AMA Legends gab es währenddessen ebenfalls einige Ausfälle zu beklagen.
Hardy mit der #72 rollte bereits in der Einführungsrunde mit gerissenem Gaszug aus, war aber clever genug, das an einer Stelle zu tun, an der Streckenposten mit gekühlten Bier-Reserven ihren Dienst verrichteten.
So konnte er vom tiefsten Punkt der Seng aus – mit einem kühlen Getränk in der nun arbeitslosen Gashand – in Ruhe das Rennen als Zuschauer genießen.
Bernd Kreuzer mit der #14 hatte auch bereits in der Einführungsrunde mit Schaltschwierigkeiten zu kämpfen, geriet dann im Rennen – beim Bergab-Anflug aufs Dorf – zwischen zwei Gänge und verlor beim Versuch, die fehlende Motorbremswirkung über die Bremse zu kompensieren, das Vorderrad und folglich den Kampf gegen die Physik.
Zum Glück auch hier ohne krumme Knochen und Bernd wäre ja nicht Bernd, wenn er für solche Fälle nicht ein Ersatz-Moped dabei hätte.
Martin Werdier, der sich auf der RR-Team GPZ #120 mit dem Schreiberling auf seiner GS1000 mit der #121 einen schönen Fight lieferte, hatte nach einigen Runden dann einen Motorschaden zu beklagen und da Martin nicht Bernd ist, hatte er kein Zweit-Moped am Mann, womit für ihn das Rennwochenende leider gelaufen war.
Sieger in der AMA Legends wurde Malte Schröder #85, Rang zwei fuhr Andreas Peck #19 nach Hause und auf Platz 3 rettete sich am Ende der Schreiberling auf seiner Suzuki GS1000 mit der #121.
In der Division Vintage hingegen gab es deutlich weniger Ausfälle zu beklagen – dort pilotierte Christian Hart seine Bol d’Or mit der #133 auf Rang1 gefolgt von Klaus Dony und Jörg Rohde.
Das zweite Rennen am Sonntagmittag sah dann in der Klasse Open Extreme Stefan Merkens auf Rang 1, Thomas Ruckriegel auf dem zweiten Platz und den dritten Platz sicherte sich Tommy Schuler.
In der AMA trat Hardy mit neuen Gaszügen an, würgte seine GS1000 mit der #72 aber bereits am Vorstart ab und musste so dem Feld hinterher jagen. Nachdem Pecky aber seine VFR bereits nach dem ersten Rennen mit Motorproblemen aus dem Wettbewerb nehmen musste und das Ersatzbike nicht über die Distanz kam, langte es am Ende immerhin noch für Rang 3.
Sieger war erneut Malte Schroeder mit der #85 und den zweiten Platz erbte die #121 mit dem Schreiberling im Sattel, obwohl bereits ab Runde 3 nur noch mit gebremsten Schaum unterwegs, weil nach Defekt am Ölkühler in Rennen 1 ohne selbigen unterwegs und daher permanent bemüht, die Öltemperatur durch frühstmögliches Schalten unter 120°C zu halten.
Die Division Vintage sah erneut Christian Hart als Sieger, Klaus Dony auf Rang 2 und diesmal steuerte Christian Ganther seine Bakker Honda mit der #111 auf den dritten Rang.
Wie in Schleiz üblich, versammelte sich das gesamte Feld nach dem Rennen mitsamt Renngerät vor dem Podest und feierte gemeinsam die Sieger, die Platzierten und eigentlich auch sich selbst, denn am Ende war es wieder einmal ein perfektes CSBK-Rennwochenende mit allerlei Spannung, Aufregern, Spaß und einem großartigen Miteinander.
Der eine oder andere nahm ein paar Hausaufgaben technischer Natur mit in die kurze Pause vor den nächsten Läufen in Spa, aber wichtig war, dass keiner der Gestürzten nachhaltige Verletzungen davongetragen hatte und somit standen die Zeichen günstig, in Spa ein volles CSBK-Feld am Start anzutreffen.

Autor: Thomas Arnsburg