Schleiz 2012

Im vergangenen Winterhalbjahr wurde das Fahrerfeld der CSBK ganz schön durch gerüttelt.
Thomas Ruckriegel (Ruckyfumi) hatte in der Saison 2011 gezeigt, dass man auch mit einer Yamaha schnell fahren kann. Einige der schnellen Jungs hat das zu denken gegeben. Also wurde geschraubt, was das Zeug hält und es fahren in 2012 vier Yamaha FJ um die Ehre. Da die Hauptversammlung im Herbst das Reglement konkretisierte, gab es keine technischen Auswüchse ala „Yamasuka“ oder „Homaha“, zumindest in den Klassen AMA und Vintage. Die vorgestellten Motorräder (allesamt sauber aufgebaut!) ließen aber schon im Stand erkennen, dass es ab jetzt keine Kaffeefahrt mehr gibt. Stefan Merkens, Dirk Schnieders und Thomas Ruckriegel steigen auf die besagten Yamahas. Und sogar in der Vintage-Klasse hat Manfred Weiler sich so einen Bock aufgebaut. Gerüchteweise hört man von Leistungen jenseits der 150 PS! Wenn das stimmt, kann die Saison ja heiter werden.
Aber auch bei den anderen, markentreuen Fahrern gab es leichte Veränderungen. Andreas Peck z.B. wechselte in die No Limit Klasse. Leider wurde die neue Honda VF nicht ganz fertig und er musste auf „Altmaterial“ in Form der bekannten EVO 2 zurück greifen. Alois Kähmer stellte die Honda CB998R für die Vintage Klasse vor, Christian Hart hat seiner Bol d’Or ein Facelifting angedeihen lassen und neu in der Vintage Klasse ist der bislang in der No Limit startende Thomas Schuler auf der Martin-Suzuki von Thommy Hofmann. Und dann munkelte man noch, es gäbe eine Suzuki, die alle Yamahas in den Schatten stellt. Christian Mende hat sich da wohl einen Traum erfüllt und einem GSX1100 Motor soviel Leistung eingehaucht, das er vor lauter Kraft kaum laufen kann.

So, wenn das alles stimmt, haben wir demnächst neue Klassenbezeichnungen: Boden-Boden-AMA, Boden-Boden-Vintage.

1. Akt

1. Aufzug

Die Abnahmeprozedur wurde für viele Fahrer zu einer nervenaufreibenden Sache. Der Veranstalter hatte Papier- und technische Abnahme an den Vorstart gelegt. Also erst einmal fast einen Kilometer laufen. Da die Abwicklung nur suboptimal angelegt war, stand man nun herum. Einige haben es auf 75 Minuten Wartezeit gebracht.
Dann noch mit den Motorrädern die gleiche Strecke zur Technik. Dabei hatte dann Bernd Kreuzer Pech und legte die Kawasaki sehr unsaft ab. Schrauben war angesagt und Bernd hat für diese Veranstaltung den Titel Pechvogel wirklich verdient.
Glücklicherweise spielte aber bereits an diesem Tag das Wetter mit und letztlich hatten am Abend alle wieder die nötige Ruhe.

2. Aufzug

Das freie Training am Freitag brachte bei genauer Betrachtung nicht wirklich neue Erkenntnisse. In der AMA Klasse hieß die Reihenfolge Stefan Merkens, Dirk Schnieders, Thomas Ruckriegel. Die Vintage endete mit Christian Hart, Thomas Schuler, Thomas Hofmann. Das Christian Hart vor Thomas Schuler lag, war vielleicht eine kleine Überraschung. Und die No Limits kamen mit Holger Behnke, Andreas Peck, Malte Schröder rein. Aber das war ja nur Schaulaufen.
Das 1. Zeittraining rückte das Eine oder Andere wieder ins rechte Licht.
Die AMA kam in der Reihenfolge Stefan Merkens, Christian Mende, Thomas Ruckriegel ins Ziel. Dirk Schnieders konnte überhaupt keine gezeitete Runde fahren, er hatte technische Probleme.
In der Vintage wurden mit Thomas Schuler, Thomas Hofmann und Christian Hart die ersten Drei abgewunken.
Die No Limits wurde von Holger Behnke dominiert, der auch in der Gesamtwertung ganz vorne mitspielt. Gefolgt wurde er von Frank Maurer und Malte Schröder.
Im 2. Zeittraining gab es, wie nicht anders zu erwarten, die Qualifikation für Dirk Schnieders auf dem 2. Platz. Stefan Merkens holte die Pole und 3. war Christian Mende. In der Vintage wechselten Thomas Hofmann und Christian Hart die Plätze. Und schließlich konnte auch Andres Peck eine Qualifikationszeit fahren. Er erzielte die zweitbeste Trainingszeit und Malte Schröder schob sich noch vor Frank Maurer.

2. Akt

Gleich am Nachmittag des gleichen Tages ging es zum ersten Rennen.
Die Spannung war besonders in der AMA sehr hoch. Es schien fast so, als ob keiner der Spitzenfahrer genau wusste, ob die Konkurrenten beim Training die Karten offen gelegt hatten.

Gleich in der ersten Runde konnte Stefan Merkens sich etwas von seinen Mitstreitern absetzen. Schnell kristallisierte sich auch heraus, dass Dirk Schnieders offensichtlich ein technisches Problem hatte. Er konnte die Rundenzeiten einfach nicht mitgehen. Es stellte sich anschließend heraus, dass er Ölverlust an seinem Motor hatte und deshalb auch gezwungen war, das Rennen in der 4. Runde aufzugeben. Thomas Ruckriegel bekam dann in der 5. Runde Probleme mit seiner Bremse und konnte einen schlimmeren Sturz mit etwas Glück verhindern. Aber auch er war draußen. So sah Stefan Merkens mit klarem Vorsprung vor Christian Mende die karierte Flagge. Dahinter konnte sich der bis dahin unglückliche Bernd Kreuzer über einen dritten Platz freuen. Auf den weiteren Plätzen Martin Werdier und Gerald Kraus.

In der Vintage Klasse war an der Spitze sehr schnell klar, wer den Sieg nach Hause fahren würde. Thomas Schuler setzte sich mit sehr guten Rundenzeiten von seinem Verfolger Christian Hart ab. Als dann Jörg Rohde seine gute Platzierung wegen einem technischen Defekt abgeben musste, gab es einen Dreikampf über drei Runden zwischen Thomas Hofmann, Alois Kähmer und Manfred Weiler. Thomas Hofmann hatte das Pech, in der letzten Runde ebenfalls Probleme zu kriegen und musste aufgeben. Alois Kähmer holte sich den 3. Platz mit nur 0,3 Sek. Vorsprung vor Manfred Weiler, gefolgt von Heiko Heinrich.

Die No Limits sahen auch einen dominanten Spitzenreiter. Holger Behnke fuhr seinen Verfolgern auf und davon. Zweiter wurde Andreas Peck vor Malte Schröder. Die Plätze belegten Frank Maurer und Wilhelm Schwede.

3. Akt

Der Sonntag begann sehr früh mit dem Warm Up. Nicht alle Fahrer sahen sich gezwungen, diese Trainingsgelegenheit wahr zu nehmen. Aber für diejenigen, die gefahren sind, verlief alles gut. Die Vorbereitungen für das zweite Rennen waren getroffen. Nun hieß es warten: Der Start erfolgte erst um 16:30h.

Nach dieser nervenaufreibenden Zeit und einer kurzen Konzentrationsphase rollte das Feld dann wieder in die Startaufstellung. Da es Dirk Schnieders nicht gelungen war, seinen „Franz Josef“ zu reparieren, zog Thomas Hofmann kurzerhand seinen Start zurück und überließ die Bakker-Suzuki Dirk. Der stellte sich also jetzt mit einem Vintage-Motorrad in die erste Startreihe. Jetzt geht aber hier die Post ab, oder?

Nach dem Start passierte ganz vorne wieder einmal das, was wir schon so oft gesehen haben: Stefan fährt bereits die Startrunde mit stehendem Start in 1:39,6 Min. und legt in der 2. Runde mit 1:35,1 Min. nach. Da kann keiner mithalten. Er fährt bis zum Schluss des Rennens einen 22 Sek. Vorsprung heraus und gewinnt ungefährdet. Christian Mende, Thomas Ruckriegel, Dirk Schnieders und Holger Behnke beharken sich dahinter eine ganze Zeit lang, bis sich schließlich eine Rangordnung eingependelt hat und dann alle „in Ruhe“ nach Hause fahren. Lediglich Holger Behnke versucht noch, Dirk Schnieders zu folgen, hat dann aber eine deutlich langsamere Runde fabriziert und verliert den Anschluß. Endplatzierungen AMA also: Merkens, Mende, Ruckriegel, Kreuzer und Werdier.

Die Vintage Klasse ist natürlich vom Auftritt des Herrn Schnieders bestimmt. Er sitzt zum ersten Mal auf einem neu aufgebauten 18“-Motorrad und hat die Maßgabe: Die muss heile bleiben. Dann fährt der eine 1:38er Zeit und gewinnt ganz einfach. Hinter ihm steigen Thomas Schuler und Christian Hart aufs Treppchen gefolgt von Manfred Weiler und Jörg Rohde, der seine Bol d’Or über Nacht wieder reparieren konnte.

Das Holger Behnke die No Limits gewinnen würde, hatte nie jemand ernsthaft angezweifelt. Aber sein Vorsprung war schon eklatant. Da konnten auch Andreas Peck und Malte Schröder nichts entgegen setzten. In dieser Reihenfolge bestiegen sie auch das Treppchen. Die Ehrenplätze gingen an Frank Maurer und Wilhelm Schwede.

Am Schluss sei noch erwähnt, dass leider Heiko Heinrich unter der enormen Leistungsdichte an der Spitze des Feldes zu leiden hatte. Er musste ausgerechnet im schnellen Streckenabschnitt zur Seng nach einer Berührung ins Gras und seine Honda wurde stark beschädigt. Glücklicherweise blieb er ohne Schaden. An dieser Stelle fällt mir der Spruch
ein: Es ist alles nur Spaß. Hoffentlich ist das allen Fahrern immer bewusst.

Die gesamte Veranstaltung war in der Nachschau ein voller Erfolg und eine Werbung für die CSBK-Masters. Die Zuschauer waren begeistert und wollen genau so einen spannenden und fairen Sport sehen.
Es wird sicher noch eine spannende weitere Saison 2012 werden.

Autor: Thomas Arnsburg