Oschersleben 2014

 

CSBK Masters Rennen 3 & 4 mit Bike Promotion in Oschersleben

Zeitnah verfasste Rennberichte – so sagt man – wären ein Traum.

Aber wo Träume in der Nähe sind, da ist mitunter auch ein Trauma nicht weit und so ein Trauma kann schonmal dafür sorgen, dass der Betroffene aus purem Selbstschutz einfach alles vergisst, was mit einem bestimmten Ort oder einer bestimmten Veranstaltung in Zusammenhang steht.

So geschehen dem Schreiberling dieser Zeilen, für den die Börde irgendwie ein schwer verhextes Pflaster zu sein scheint. Deshalb gabs nach der Veranstaltung erstmal eine Selbstschutzamnesie aus der heraus nun die mühevolle Rekonstruktion der Ereignisse erfolgt.

Böse Zungen mögen behaupten, das könnte auch durchaus eine so genannte „Hierbas-Amnesie“ gewesen sein, aber das ist selbstverständlich erstunken und erlogen (glaube ich)!

Ich erlaube mir für dieses Event also mal eine Betrachtung aus meiner Perspektive, oder vielmehr aus dem, was davon übrig ist.

Bei der Anreise am Freitag war die Welt noch in Ordnung – ein kompaktes Programm hatte unser langjähriger Partner und Sponsor Bike Promotion für uns geschnürt:

Alle Trainings und das Rennen #1 am Samstag und das Rennen #2 dann am Sonntag Vormittag, was auch den Weitgereisten eine komfortable Heimfahrt ermöglichen würde.

Wetter gabs auch und das war, wenn auch nicht überragend, so doch zumindest brauchbar und nach dem übliche Geplänkel und Geblödel mit der ganzen Rasselbande am Freitag Abend wurde dann am Samstag frisch zur Tat geschritten.

Freies Training = alles prima, außer dass dem Schreiberling sporadisch auftretendes mechanisches Gerassel aus dem Maschinenraum ein wenig den Focus verdrehte.

Irgendwas ist da doch…..war der Mist am Sachsenkringel nicht schon da? Aber das war doch erledigt gewesen, oder…….nee, sind ja nach dem ersten Rennen gar nicht mehr gefahren……

Hah – da isses wieder!? Und nu isses wieder weg!? Ach, scheiß was drauf – Heilung durch Vollgas hat noch immer geholfen und so lange da nix festgeht……..aber wenn doch?

Macht natürlich nur bedingt schnell das Theater, aber nach dem freien Training versprach dann das Spannen einer viel zu lockeren Kette sichere Besserung.

Also raus zum ersten Zeittraining – dankenswerter Weise noch im Trockenen – und das mistige Gerassel und Geschepper wird immer schlimmer – so wird das hier nix.

Wieder rausgefahren, die tauben Lauscher bei der Fahrt durchs Fahrerlager aufs Antriebszentrum gerichtet und plötzlich blökt von außen der gute alte Dickie „Ey Dicker, deine Steuerkette rasselt aber gewaltig!“

Wa? Steuerkette? Ihr Bol d’Or-Vögel seid doch allesamt verwirrt mit eurem ewigen Steuerkettenquatsch……..

Angehalten, Hobel aufgebockt und siehe da: dass der mechanische Spanner der Steuerkette nicht ganz weg war, grenzt an ein Wunder – mehr Lose geht technisch nicht.

Danke Dickie! Wohl doch nicht so verwirrt der Mann!?

Natürlich herrschte größte Freude, war der beknackte Fehler im System doch nun endlich gefunden und fix beseitigt!

Probefahrt im zweiten, verregneten Zeittraining? Ich? Welchen Sinn sollte das denn wohl haben???

Also konzentriert um trockene Verhältnisse beim abendlichen Rennen #1 gebetet – dem Lauf 3 zur CSBK Masters Series 2014 – und darauf gefreut, endlich beherzt am Quirl drehen zu dürfen.

Auf gings dann in die Outlap und schon in der Hasseröder rasselt der Mistkoffer wieder vor sich hin.
Verdammte Hacke nicht noch eins, wie……häh? Nu isses wieder weg – was zum Henker soll denn der Mist!?
Also den Gedanken gefasst, rauszufahren, bevor es in den Vorstart geht und dann taucht das Geräusch bis zur Ausfahrt nicht mehr auf!? Daher kurzentschlossen die Ausfahrt links liegen gelassen, in den Dritten geschaltet, um auf Start-Ziel einzubiegen und Zack – geht das GeRRRRRRRRRRRRRRRRassel wieder los und da fiel dann endlich der Groschen, dass sich da offensichtlich der Dritte Gang aus dem aktiven Dienst verabschiedet hatte. Folglich isse mal da (im Dritten) und oft nicht (in den anderen Gängen). As simple as that – ich Doofkopp!

Kurz innerlich zusammengesackt, den Betrieb noch ein bißchen aufgehalten, weil nicht gepickt, wo es rausgeht und dann aber rubbeldiekatz ab ins Fahrerlager, das waidwunde Kriegsgerät in die Ecke gefeuert und hoch auf den Hügel über der Hasseröder, um mir das Spektakel wenigstens anzusehen.

Und so sauer ich auf den technischen Ausfall auch war – das was ich da zu sehen bekam, hat für den Ärger durchaus angemessen entschädigt.

Richtig geiler Rennsport, mit richtig vielen spannenden Kampfgruppen und Grüppchen und der absolute Hammer war dann in der Tat eine geniale Rennschlacht zwischen Holger #93 auf der Kawa vom Reinehr Racing Team und Malte #85 auf seiner böse aufgepumpten Suzuki GS1000, zu der er nach massiven Fahrwerksumbauten ganz offensichtlich wieder Vertrauen gefasst hatte.

Richtig guter Rennsport war das, den man da geboten bekam – es hat also nicht nur Nachteile, wenn einem der Esel mal verreckt und man zugucken muss.

Den Gesamtsieg im ersten Rennen hat sich dann wie erwartet Rucky unter den Nagel gerissen, für den wir langsam mal ein paar echte Gegner besorgen müssen, während der Sieg in der oben erwähnten Schlacht der zwei AMA Legends Piloten letztlich an Malte ging, der sich derart in Holger verbissen hatte, dass „nicht gewinnen“ einfach keine Option war.

Die Sieger und Platzierten des Rennen #1:

Open Xtreme:
1.) Thomas Ruckriegel
2.) Patrick Janz
3.) Silvio Bopp

AMA Legends:
1.) Malte Schröder
2.) Holger Behnke
3.) Andreas Peck

Vintage:
1.) Jeroen Versteeg
2.) Andreas Heller
3.) Christian Ganter

Am Abend folgte dann – wie in der CSBK ausgesprochen üblich und mit Hingabe gepflegt – ein ausgelassener Abend an der langen Tafel und da kam dann dieser Hierbas ins Spiel, von dem sich der Schreiberling aufgrund der ausgewogenen Grundlage aus heilenden Kräutern einer Linderung seiner Seelenpein erhoffte, die das technische Desaster dieses Tages verursacht hatte.

Die Folgen sind bekannt – eine große Hilfe war das Zeug am Ende dann doch wieder nicht, aber ziemlich lustig wars dafür mal wieder und darum geht’s ja am Ende.

Das zweite Rennen am Sonntag Morgen habe ich dann aufgrund leichter körperlicher Defizite leider nicht live verfolgen können, es soll aber wieder ein sehr ansehnliches gewesen sein, in welchem Malte beschlossen hatte, den anderen mal zu zeigen, wie Starten geht und das hat er dann wohl auch tatsächlich hinbekommen, indem er das gen Himmel strebende Vorderrad einfach gebändigt hat, indem er aufgestanden ist, um mehr Gewicht übers Rad zu bekommen, anstatt ein wenig das Gas zu lupfen. Daumen hoch junger Padawan – du hast begriffen, wie es geht ;o)

Nur waren am Ende weder Rucky noch Jeroen zu halten und so lief es wieder auf denselben Kampf hinaus, den sich Holger und Malte schon am Samstag geliefert hatten und wieder hatte Malte das bessere Ende für sich, was vielleicht auch ein bißchen an der unverschämten Power liegen mag, die sein Suzuki-Triebwerk so ausspuckt.

Die Platzierungen im Rennen #2:

Open Xtreme:
1.) Thomas Ruckriegel
2.) Patrick Janz
3.) Dirk Langkamp

AMA Legends:
1.) Malte Schröder
2.) Holger Behnke
3.) Andreas Peck

Vintage:
1.) Jeroen Versteeg
2.) Christian Ganter
3.)  Andreas Heller

Alles in Allem also wieder ein rundes Erlebnis für alle Beteiligten – ohne jeglichen Sturz übers ganze Wochenende, wenn ich mich nicht vertue und auch die Organisation sowie das Rundherum mit Bike Promotion war wie immer aus dem oberen Regal.

Vielen Dank dafür an alle Beteiligten!

Autor: Thomas Arnsburg