Oschersleben 2013

Lauf 1 & 2 der CSBK Masters Series 2013

Lange hatte die wilde Meute mit den Hufen gescharrt und gewartet, dass sie endlich losgelassen wird – losgelassen auf das erste Renn-Wochenende der Saison, die ersten Runden mit den alten Kampfgenossen des Vorjahres und mit neuen Gegnern, die den Weg in die CSBK gefunden haben.
Wer hat seine Form über den Winter retten können? Wer hat heimlich an seinen Fahrer-Skills gefeilt, oder aber sein Sauerverdientes in wilde Pferde investiert, die er sich von kundiger Hand in den Motor hat sperren lassen?
Jede Menge offener Fragen also, die es zu klären galt……….
Fast alle der üblichen Verdächtigen waren wieder mit von der Partie.
Die #68 Thomas “Ruckyfumi“ Ruckriegel – AMA-Legends Champion 2012 auf seiner aufgepumpten Yamaha XS 1100 – greift im neuen Jahr nach der Krone in der Klasse “Open Extreme“.
Allerdings hängen die Früchte in dieser Klasse in 2013 hoch, denn neben Holger Behnke #93 – seines Zeichens Vorjahres-Meister in der “No Limits“, kämpft in dieser neu ausgeschriebenen Klasse auch AMA-Serienmeister Stefan Merkens nach überstandener Verletzung um den Titel und so ganz nebenbei taucht mit Christian Brandenburg #18 ein neuer Fahrer im Line-Up auf, der mit flotten Rundenzeiten und zeitweise spektakulärem Fahrstil auf sich aufmerksam machte.
Der Mann (oder das Tier?) den es in der AMA Legends in 2013 zu schlagen gilt, dürfte der 2012er No Limits Vizemeister Malte Schröder mit der #85 sein, der – quasi zur Unterstützung seiner ohnehin steilen Lernkurve – auch seiner Suzuki GSX1100 über Winter eine “steilere Kurve“ eingetrichtert hat und zwar eine Leistungskurve, die sich gewaschen hat.
Auf seinen Fersen unterwegs ist einmal mehr der lime-grüne Derwisch Bernd Kreuzer #14 – seines Zeichens Kawasaki Urgestein und mit einer langen und kunterbunten Vita im Motorradrennsport ausgestattet.
Und in seinem Windschatten wiederum brüllt der Honda V4 vom Kollegen Andreas Peck #19 – im zweiten Jahr mit der bildhübschen Honda VF750RR – ebenfalls mit frisch überarbeitetem V4-Aggregat – am Start.
Auch in der Klasse Vintage – bei den 18“ Piloten mit den seriennahen Oldschool Superbikes – traten viele bekannte Haudegen wie Jörg Rohde auf seiner Bol d’Or, Manfred Weiler auf seiner neu aufgebauten Yamaha FJ 1100 oder Andi Tohde mit seiner “Möhrchen Racing“ Z-Kawa  zum Start der Meisterschaft an.
Aber auch einige neue Gesichter bereicherten das Vintage-Feld, wobei sich besonders die hessische Fraktion hervortat.
Sei es mit “gehobener hessischer Küche“ am Abend, wenig Angst und viel Geschick auf der Strecke oder einfach nur jeder Menge Unfug im Kopf zwischen den Turns.
Dass das am Ende gar dazu führte, dass der Kollege HansiM mit seiner alten (von Suzuki-Teilen zusammengehaltenen) Z1000R #154 einmal den Pokal für Platz 5 und einmal gar für Platz 4 einheimsen konnte, muss man dabei wohl irgendwie in Kauf nehmen ;o)
So ging es für das komplette Feld aller drei Divisionen also voller Tatendrang ins freie Training am Samstagmorgen.
Thomas Ruckriegel zog es vor, seine Trümpfe noch im Ärmel zu behalten und bleib im Paddock, was Stefan Merken aber nicht davon abhielt, das Spiel schon mal mit einer knackigen 1:36.5 zu eröffnen.
Zur Erinnerung – in 2011 reichte dem Sieger der AMA-Legends an gleicher Stelle eine 1:37.5 für Platz eins.
Im ersten Zeittraining dann konterte Thomas Ruckriegel die vorgelegte Zeit mit einer 1:36.0, auf die auch im Quali 2 kein Fahrer mehr die passende Antwort liefern konnte und so sicherte sich Ruckyfumi die Pole vor Stefan Merkens und dem neuen Mann im Feld – Christian Brandenburg – auf Position drei.
Im ersten Rennen dann entspann sich zwischen Stefan Merkens und Thomas Ruckriegel ein heißer Kampf um die Spitze in dessen Verlauf Ruckyfumi eine großartige 1:35.3 auf den Asphalt nagelte, auf die Stefan Merkens mit einer unglaublichen 1:34.5 geantwortet hat, doch am Ende konnte sich die #68 – Thomas Ruckriegel – mit denkbar knappen 0.3sec Vorsprung – als Sieger über die Ziellinie retten.
Dahinter tobte ein nicht minder spannendes Duell zwischen Holger Behnke und Christian Brandenburg, an dessen Ende Holger Behnke mit der #93 im Duell der Kawasaki/Suzuki-Hybriden die Nase vorn hatte.
Die Wertung in der AMA gewann im ersten Rennen Ralf Lammers vor Malte Schröder und Andreas Peck, während in der Division Vintage Jörg Rohde den ersten Rang für sich markieren konnte und Manfred Weiler sowie Andi Thode auf die Plätze verwies.
Das Rennen #2 war dann bei allerbesten Bedingungen nicht minder schnell, wobei es Thomas Ruckriegel diesmal gelang, sich ein wenig mehr Luft zu verschaffen und unbedrängt als Sieger über die Ziellinie zu gehen. Zweiter wurde erneut Stefan Merkens und die Ränge drei und vier machten wieder die #93 und die #18 unter sich aus – in umgekehrter Reihenfolge dieses Mal.
Auch in der AMA wurde der Spieß umgedreht und Malte Schröder hatte am Ende die Nase vorn, gefolgt von Ralf Lammers und Geburtstagskind Bernd Kreuzer während in der Vintage erneut Jörg Rohde vorn lag, gefolgt von Manfred Weiler und Rene Pieth auf seiner Honda befeuerten Bimota.
Alles in allem war das lange Wochenende in Oschersleben ein perfekter Saisonauftakt, mit jeder Menge Action on & off Track.
Ein sicherlich erwähnenswertes Highlight war außerdem der Geburtstag unserer #14 – Bernd Kreuzer – der natürlich nicht unvorbereitet in der Börde auflief und so war die „Main Street“ im CSBK-Paddock ratzfatz zur Party-Meile umfunktioniert und eine beträchtliche Horde hungriger und durstiger Figuren fand sich zusammen, um mit Bernd gebührend zu feiern.
Wie sich das eben so gehört – wenn die IG Classic Superbikes unterwegs ist.

Autor: Thomas Arnsburg