Hockenheim 2013

 

Der letzte Rennbericht 2013 aus Hockenheim

Finale!
Vom 05.09. bis 08.09.2013 traf sich das ”Fahrende Volk” der CSBK zum Saisonabschluss 2013 am Hockenheim Ring.
Angesetzt war ein Alteisenreiten für den Donnerstag, 05.09.2013, gefolgt von den beiden letzten Saisonläufen der CSBK Masters Series 2013, die für Freitag und Samstag anberaumt waren.
Und wenn man schon einmal die ganze Truppe beisammen hat, dann macht man was?
Genau – feiern!
Drum wurden die Wertungsläufe 9 & 10 so geplant, dass der Sonntag rennfrei war, damit keiner (aber auch gar keiner) einen grünen Schnaps mit der fadenscheinigen Behauptung ablehnen könnte, er müsse am Folgetag fit sein, um ein Motorradrennen zu bestreiten.
(Dass dann am Samstagabend kaum noch grüner Schnaps vorhanden war, verbuchen wir an dieser Stelle erst mal unter ”ungeklärte Mysterien im CSBK Paddock”. )
Aber der Reihe nach:
Ein zweites Alteisenreiten sollte es in 2013 geben, da war man sich in der CSBK einig und nachdem sich die back2back Geschichte mit den CSBK Rennen Anfang des Jahres in Oschersleben bewährt hatte, wurde dieser Ansatz auch für Hockenheim aufgegriffen.
Dass der Termin aufgrund der oben genannten Umstände (FEIERN!!!) auf einen Donnerstag fiel, war dabei durchaus ein bisschen gepokert, aber mit über 30 Startern bei den Alteisen-Turns kann man – gerade zum Ende einer Saison – sicher absolut zufrieden sein.
Und zufrieden waren wohl auch die Alteisenreiter selbst, denn bei allerbestem Wetter ging es – ein bisschen gefiltert nach Erfahrungsgrad der Teilnehmer – auf die IDM-Variante des Hockenheim Rings.
Besonderer Dank gilt dabei sicherlich Oberalteisenreiter Dirk „KaSuDuc“, der sich den ganzen Tag über hingebungsvoll um ”seine Rookies” gekümmert und diese als Instruktor in immer schneller werdenden Runden um den Kurs gezogen hat.
Der eine oder andere Rennstrecken-Neuling wird sich dabei am Ende des Tages wohl grinsend über sich selbst  und seinen durchaus flotten Strich gewundert und gefreut haben.
Und der eine oder andere Stammfahrer der CSBK Masters dürfte sich vermutlich auch gewundert (aber möglicherweise nicht gefreut) haben, was so mancher Rookie da auf den Asphalt geballert hat.
Trotz wirklich heftigster Hitze und den damit verbundenen Belastungen für Mensch und Material verlief der Donnerstag beinahe vollkommen sturzfrei.
Lediglich eine Suzuki GS1000 hat es eingangs Start-Ziel für nötig befunden, ihrem Fahrer deutlich zu machen, was sie in der Vintage-Klasse von der Verwendung eines Superbike Lenkers hält und sich selbigen dann einfach mal so kräftig verbogen, dass er durch nen Stummellenker ersetzt werden musste.
Dass das Verbiegen nur durch Bodenkontakt möglich war >> eh klar!
Und dass das für den Fahrer blöd ist, weil der mit runter muss >> auch klar!
Hat ihn ja aber keiner dran gehindert, den Stummel freiwillig anzubauen, bevor es so weit kommen musste. Und getan hat er sich auch nix, außer vielleicht das Ego verbogen und ein paar Sekunden verloren, aber die hat er im Laufe des Wochenendes dann so nach und nach wiedergefunden.
Auch am Freitag gab es dann wieder Sonne satt, wie fast immer, wenn die CSBK unterwegs ist und außerdem drei  Trainingsläufe und den ersten Rennlauf des Wochenendes.
Die Bedingungen für das freie Training und das erste Quali waren dann auch wirklich perfekt und es wurde beherzt am Gas gedreht. Zwar standen sowohl in der AMA als auch in der Open Extreme bereits die Jahres-Sieger fest, aber das ist natürlich noch lange kein Grund, nicht mindestens Alles zu geben und bei Bedarf sogar noch ne Schippe draufzulegen.
Und in der Vintage ging es ja tatsächlich noch um den Titel, da war Ausruhen also ohnehin keine Option.
Zum zweiten Quali war die Strecke dann derart aufgeheizt, dass im vorderen Feld kaum noch Verbesserungen zu erzielen waren, lediglich bei den weniger ortskundigen Kandidaten wurde noch das eine oder andere Zehntel abgefeilt.
War die gesamte Veranstaltung bis dahin noch reibungslos und ohne nennenswerten Aufreger abgelaufen, sollte sich das im Rennen #1, dem vorletzten Lauf zur CSBK Masters Series, schlagartig ändern.
Das Rennen war schon einige Runden alt, als Stefan Merkens – vor Ruckyfumi in Führung liegend – beim herausbeschleunigen auf die ”IDM-Parabolika” einen kapitalen Highsider produzierte.
Nachdem sich die monströse  Staubwolke, die daraus resultierte, wieder gelegt hatte, kam ein ziemlich zerfledderter und ratlos dreinblickender Stefan Merkens zum Vorschein, der zum Glück unverletzt blieb,  aber dafür die nachhaltig kaltverformten Trümmer seiner MMT Yamaha ”zusammenfegen” durfte, denn die hatte es wirklich übel erwischt.
Der Rest des Feldes nahm sich daran dann auch ein mahnendes Beispiel und die restliche Ausfälle, die es zu beklagen gab,  waren dann  allesamt nur noch technischer Natur – also ohne hinfallen und ähnlichen Unfug.
Gewonnen hat diesen Lauf dann am Ende Ruckyfumi vor den beiden wahrhaft bekloppten AMA-Piloten Malte Schröder und Bernd Kreuzer, die es sich das ganze Rennen über gegenseitig aber mal so richtig besorgt hatten. Dieses Duell entschied Bernd am Ende mit komfortablen 0,10 Sekunden für sich, was für das letzte Rennen des Jahres natürlich nach einer Revanche schrie.
In der Division Vintage gab sich bei diesem Rennen ein ehemaliger ”No Limits”- Meister als Gaststarter die Ehre (Olaf Fernandez-Irgendwas…genauer Name ist entfallen) und räumte bei der Gelegenheit gleich mal den Pokal für Rang 1 ab, während Jörg Rohde ein dritter Platz hinter einem gewissen Andreas Lawson  ausreichte, um sich den Meistertitel in der Vintage zu sichern.
Damit war der Renntag unter sengender Sonne also zu den Akten gelegt und es wurde Zeit für etwas Ruhe und Muße…..und endlich auch Zeit, um den wirklich übel stechenden Durst zu bekämpfen, den die wilde Raserei in der Hitze hinterlassen hatte.
Es kann hier natürlich von Glück reden, wer mit der CSBK unterwegs ist, denn da kennt man Mittel und Wege, dieser furchtbaren Qual gebührend entgegenzuwirken. Und sei es mit grünem Schnaps…..
Da es am Vormittag des Folgetages lediglich ein schlankes Warm Up geben sollte und das zehnte und letzte Rennen der Saison erst für den frühen Samstagnachmittag angesetzt war, entwickelte sich dann auch ein ausgesprochen bunter und lustiger Abend rund um Grill und Zapfanlage.
Wobei „bunt“ eigentlich irreführend ist, denn vor allem war der Abend grün. Grün von dem klebrigen und süßen Zeugs, mit dem die Kawa-Fraktion ein ums andere Mal versucht, die tugendhaften Fahrer anderer Marken auf die dunkle Seite der Macht zu locken. Einmal mehr vergebens, wie ich an dieser Stelle betonen möchte und in diesem Fall mit dem Ergebnis, dass bereits am Freitag sämtliche Reserven dieser leckeren Scheußlichkeit aus dem Kühlschrank des zuständiger Cheflogistikers getilgt waren.
Das Ergebnis dieser kleinen Feier war dann unter anderem, dass zum morgendlichen Warm Up – bei noch leicht nasser Strecke – sagenhafte 2 von 30 Startern verhalten und vorsichtig ihre Runden drehten……
Zum nachmittäglichen Rennen war das Pack dann aber wieder fit und auf den Beinen und man brachte die Saison mit einem gepflegten, kleinen Finalrennen zu ende, ohne dass es noch nennenswerte Zwischenfälle gegeben hätte. Außer vielleicht die gerissene Kette, die Bernd Kreuzer – die Zielflagge schon vor Augen – den zweiten AMA-Sieg in Folge gekostet hat, aber irgendwas ist ja immer.
Nach den Siegerehrungen für beide Rennen kam das Völkchen dann langsam zur Ruhe und die angedachte Abschlussfeier entwickelte sich eher schleppend, steckte dem einen oder anderen doch noch die etwas kurze Nacht in den Knochen.
Das änderte sich allerdings im Handumdrehen, als der verrückte Bernd Kreuzer kurz nach Beginn der Dämmerung einen Beamer unter seinem kawagrünen Bademantel hervorzauberte und diesen – strategisch klug – direkt neben der Zapfanlage platzierte.
Ratzfatz waren die Bilder aller unserer fleißigen Fotografen von allen Events in 2013 auf einem Laptop vereint und die Mannschaft versammelte sich in einem großen Halbkreis von Stühlen, Hockern und Bänken vor der Fassade des Nachbargebäudes, die als Leinwand dienen sollte.
Und dann nahm ein wirklich denkwürdiger Abschluss der Saison 2013 seinen Lauf.
Ein Renn-Wochenende nach dem anderen lief  in epischer Breite per Slideshow über die Leinwand – jedes Bild (und das waren zu all unseren Rennen verdammt viele) liebevoll und lautstark kommentiert von den Mitfahrern, Teammitgliedern und Zaungästen – sei es, ob der ausgesuchten Hässlichkeit der abgebildeten Piloten oder aufgrund der Grazie mit (oder trotz?) der so einige Kandidaten überaschenderweise  immer wieder unfallfrei ums Eck kommen.
An Hohn und Spott wurde also nicht gespart, an großem Gelächter ebenso wenig und das eine oder andere Getränk wurde so ganz nebenbei selbstverständlich auch noch gemeinsam verhaftet, während man sich gegenseitig abwechselnd auf die Schulter klopfte und veralberte – ein extrem gelungenes und massiv denkwürdiges Finale also, für eine wirklich gelungene Saison in der CSBK Masters Series 2013.
Und da ”nach der Saison” ja bekanntlich ”vor der Saison” ist, an dieser Stelle nochmal eine extra dicker Dank an Alle, die ihren Anteil daran hatten, dass es ein so geiles Jahr war!
Dank also an den  Vorstand, die Orga, die guten Geister, Helfer, Schrauber und Freunde und an all jene Fahrer, die mit vollem Einsatz, Hingabe und jeder Menge positiver Verrücktheit und Energie die Spaß-Maschine befeuert haben!
Weiter so – bleibt am Gas und helft alle mit, auch die Saison 2014 wieder zu einer möglichst unvergesslichen zu machen – alle zusammen – gemeinsam – als IG CSBK.

Autor: Thomas Arnsburg